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Die Bundesstraße 16 Mindelheim-Krumbach-Günzburg führt in Nord-Süd-Richtung auf einer Strecke von ca. 1 km durch den Teilort Hausen innerhalb der Gemeinde Salgen im Unterallgäu. Laut  Verkehrszählung von 2010 wird die B16 im besagten Untersuchungsabschnitt von ca. 7.700 Kfz / 24 h mit einem Schwerverkehrsanteil von ca. 10 % befahren. Bis zum Prognosejahr 2030 ist mit einer Steigerung auf ca. 9.900 Kfz / 24 h zu rechnen. 74 % der die Ortschaft durchfahrenden Fahrzeuge sind dabei Durchgangsverkehr. Da diese Entwicklung zu einer starken Beeinträchtigung der Wohn- und Lebensqualität der Anwohner im Ortskern von Hausen führen wird, ist die Verlegung der B16 und damit eine Umfahrung der Ortschaft Hausen geplant. Die Aufnahme der Ortsumfahrung in den Bundesverkehrswegeplan (vordringlicher Bedarf) führte zu Untersuchungen möglicher Varianten durch die Gemeinde und das Staatliche Bauamt Kempten. Im Rahmen dieser Voruntersuchungen erarbeitete LARS consult 2017 eine Raumempfindlichkeitsanalyse (REA) für eine West- sowie eine Ostvariante.

 

Als Basis für die REA wurde der gesamte Planungsraum hinsichtlich seines Bestandes (Strukturnutzung) kartiert und bewertet. Das Plangebiet ist im Westen von der Mindel, einem Fließgewässer II. Ordnung, und im Osten von landwirtschaftlichen Nutzflächen bzw. der Hangkante (zum Teil bewaldet) begrenzt. Das Plangebiet wird noch von der Östlichen Mindel sowie deren Ausleitgraben und dem Schaucherbach durchzogen. Insgesamt dominiert die intensive landwirtschaftliche Nutzung, vor allem Ackerbau.

 

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Abb.: Themenkarte Bestand zur Raumempfindlichkeitsanalyse für die geplante Ortsumfahrung B16 Salgen OT Hausen

 

Neben der Bestandskartierung wurden zahlreiche vorhandene Grundlagendaten ausgewertet (Schutzgebiete, Biotopkartierung, Artenschutzkartierung, Arten- und Biotopschutzprogramm, Überschwemmungsgebiete, Bodenkarten und Bodenertragskarten, Waldfunktionskarte, etc.) und die Bestandssituation, kategorisiert in die Schutzgüter gemäß Gesetz zur Umweltverträglichkeit (Flora und Fauna, Boden, Wasser, Klima und Lufthygiene, Mensch, Kultur- und Sachgüter sowie Landschaftsbild), bewertet und gewichtet. Dazu wurden jeweils eigene Themenkarten erstellt. Anschließend wurden die verschiedenen Kriterien, die je Schutzgut eine besonders bedeutsame Bewertung erhalten haben, miteinander verschnitten (überlagert), um so in einer so genannten Raumwiderstandskarte die Teilflächen oder Bereiche zu ermitteln, die eine besonders hohe Schutzwürdigkeit haben.

 

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Abb. links: Themenkarte Landschaftsbild, Abb. rechts: Themenkarte Raumwiderstand

 

Die Ergebnisse wurden den Bürgern vorgestellt. Eine eindeutige Entscheidung, welche Variante weiter verfolgt wird, ist noch nicht getroffen worden. Das Staatliche Bauamt Kempten möchte die Dringlichkeit der Ortsumfahrung für die Bürger von Hausen jedoch vorantreiben und hat daher das Büro LARS consult mit den Kartierungen gemäß Bayerischer Kompensationsverordnung sowie faunistischen Erfassungen beauftragt. Dafür wurden die vorkommenden Biotoptypen erfasst und hinsichtlich ihrer ökologischen Wertigkeit eingestuft. Zusätzlich wurden folgende Arten bzw. Artengruppen erfasst: Reptilien (Zauneidechse), Fledermäuse, Amphibien, Vögel, Insekten / Tagfalter. Angestrebt wird eine baldige Entscheidung für eine Variante, so dass zügig mit der Vorentwurfsplanung fortgeschritten werden kann.