Auftraggeber: Gemeinde Westendorf
Baukosten: ca. 2,0 Mio. € (brutto)
Bearbeitungs-/Realisierungszeitraum: 2020-2026
Leistungsumfang: Freianlagen (Lph 1-9, Ingenieurbauwerke (Lph 1-9), Bürgerbeteiliungsverfahren, Wasserrechtsverfahren, Hydraulische Berechnungen, Begleitung der Gemeinde bei der Erstellung von Förderanträgen, standortbezogenen UVP-Vorprüfung, landschaftspflegerischer Begleitplan, artenschutzrechtliche Untersuchungen
Insgesamt sechs Jahre vergingen von den ersten Konzeptskizzen, die wir für die Gemeinde Westendorf, damals im Rahmen einer Dorferneuerungsmaßnahme erstellen durften bis hin zur baulichen Realisierung der Gesamtmaßnahme in den Jahren 2025/2026.
Am Anfang stand die Idee, die von Süden nach Norden mitten durch den Ortsteil Dösingen verlaufende Gennach zurück in das Ortsbild zu holen und so für die Bewohner wieder als prägendes landschaftliches Element ihres Dorfes erlebbar zu machen. Bei unserer ersten Begehung im Jahr 2020 war das Fließgewässer fast nicht wahrnehmbar. Der geradlinig verlaufende Bach war auf der gesamten Länge des Projektgebietes stark zugewachsen, die steilen Uferböschungen verhinderten eine Interaktion mit dem Gewässer.
In einem ersten Schritt entwickelte unser Büro zusammen mit der Gemeinde und über verschiedene Bürgerbeteiligungsformate mit den zukünftigen Nutzern Ideen für eine Umgestaltung. Am Ende des Prozesses stand ein Konzept mit insgesamt vier Hauptzielen, nämlich:
Dass das Projekt schließlich realisiert werden konnte, ist dem Umstand zu verdanken, dass gleich zwei Fördergeber gewonnen werden konnten. So wurde der ökologische Ausbau der Gennach aus Mitteln des Freistaates Bayern über das Wasserwirtschaftsamt Kempten bezuschusst. Die gewässerbegleitenden Maßnahmen außerhalb des Bachquerschnittes, also Plätze, Straßen- und Wege, Fußgängerbrücken sowie der große Wasserspielplatz erhielten Mittel aus dem Europäischen Förderprogramm ELER über das Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben.

Auf Basis der durch den Gemeinderat beschlossenen Konzeption erhielt unser Büro 2022 den Auftrag für die Objektplanung. Bereits ab den frühen Planungsphasen fand eine intensive und kontinuierliche Abstimmung sowohl mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten als auch mit dem Amt für Ländliche Entwicklung sowie weiterer Fachbehörden statt, um eine genehmigungsfähige Planung zu erarbeiten. Parallel dazu wurden in einem breiten Bürgerbeteiligungsprozess die späteren Nutzer über Workshops und Bürgerinformationsveranstaltungen miteinbezogen, um neben einer bedarfsgerechten Planung auch eine hohe Akzeptanz für die Baumaßnahme herzustellen. Hier war es insbesondere wichtig, immer wieder Aufklärungsarbeit zu leisten, dass es sich bei den geplanten Arbeiten am Bach nicht um eine Hochwasserschutzmaßnahme, sondern um eine reine ökologische Aufwertung im Rahmen einer Renaturierung handelt. Besonders bei den direkten Anliegern mussten Bedenken zerstreut werden, dass die Maßnahme negativen Einfluss auf das bestehende Hochwasserschutzkonzept Gennach-Hühnerbach haben könnte.

Um die Planung schließlich umsetzen zu dürfen, war es notwendig, die wasserrechtliche Erlaubnis einzuholen. Im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens wurde der Wasserrechtsantrag behandelt. Hier musste u. a. mittels 2D-hydraulischen Berechnungen nachgewiesen werden, dass die geplante Maßnahme keinen negativen Einfluss auf das bestehende Hochwasserschutzkonzept Gennach-Hühnerbach hat und dass die neu geplanten Fußgängerbrücken das geforderte Freibord von mindestens 50 cm bei HQ100 + Klimazuschlag einhalten. Daneben wurden die mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmten Themen des Arten- und Naturschutzes mit entsprechenden artenschutzrechtliche Untersuchungen (u. a. Bachmuschel und Baumhöhlenuntersuchungen) und Fachbeiträgen behandelt.

Nach Erhalt des Wasserrechtsbescheides über das Landratsamt Ostallgäu sowie der beiden Förderbescheide über das Wasserwirtschaftsamt Kempten und das Amt für Ländliche Entwicklung konnte die genehmigte Planung nun in enger fachlicher und zeitlicher Abstimmung mit den beiden Fördergebern in die Umsetzung gehen. Realisiert wurden in dem rund 12.000 m² großen Projektgebiet:
LARS consult GmbH ist ein interdisziplinär besetztes Planungs- und Ingenieurbüro mit Standorten in Memmingen und Augsburg. In unserem Büro sind die Fachdisziplinen Stadt- und Raumplanung, Landschaftsarchitektur, Geographie, Bauingenieur- und Umweltingenieurwesen sowie Biologie vertreten.