Auftraggeber: Gemeinde Haldenwang/ e-con AG Memmingen
Bearbeitungs-/Realisierungszeitraum: 2024-2025
Planungsumgriff: ca. 8,0 ha
Leistungsumfang: Vorhabenbezogener Bebauungsplan (vBP) inkl. grünordnerischer Fachbeitrag, Flächennutzungsplanänderungen (Gemeinden Haldenwang und Lauben), Umweltberichte (vBP und FNP), Durchführung der Beteiligungsverfahren/ Verfahrensbegleitung sowie weitere Leistungen im Zusammenhang mit dem Projekt: Solarleitplanung Gemeinde Haldenwang und Erstellung Bauanatrag für die Freiflächen-PV-Anlage
Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes beabsichtigte die Gemeinde Haldenwang die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage auf einer Fläche von ca. 8,0 ha zu schaffen. Die Anlage unterstützt die Deckung des lokalen Strombedarfs und die Einspeisung von Strom in das kommunale Energienetz. Ein ca. 1,1 ha großer Bereich des Plangebietes befindet sich dabei innerhalb des Gemeindegebietes Lauben. Die Gemeinden haben hierfür, in Abstimmung mit dem Landratsamt Oberallgäu, eine Zweckvereinbarung des Planungsrechtes an die Gemeinde Haldenwang übertragen. Die geplante Leistung der Freiflächen-Photovoltaikanlage liegt bei ca. 8.230 kWp, die an regionale Unternehmen veräußert werden sollen. Die Modulreihen sind südexponiert. Die maximale Höhe der Modultische liegt bei 3,2 m. Bei der Fläche handelt es sich um eine Konversionsfläche, die im Rahmen eines Kiesabbaus ausgebeutet und wiederverfüllt wurde.
Hinsichtlich der grünordnerischen Maßnahmen soll im Untergrund der PV-Module eine artenreiche Extensivwiese aus der ursprünglich bestehenden Intensivwiese entwickelt werden, auf welcher vollständig auf den Einsatz von Dünger und Pestiziden verzichtet wird. Zur Reduzierung der Sichtbeziehungen insbesondere von der vorbeiführenden Kemptener Straße / St 2055 sowie auch von den Ortsteilen Stielings und Staudach sollen entlang des Rad- / Fußweges Heckenstrukturen entwickelt werden. Diese wurden zudem durch Blühstreifen ergänzt, um hinsichtlich der Artenvielfalt eine größere Anazhl an Lebensräumen für verschiedene Arten schaffen zu können.
Im Rahmen einer parallel durchgeführten Solarleitplanung wurde eine Standortalternativenprüfung auf gesamtgemeindlicher Ebene durchgeführt. Gemäß den dort angewendeten Hinweisen zur bau- und landesplanerischen Behandlung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr sind Konversionsflächen als Standorte für die Errichtung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen besonders geeignet. Im Umfeld des Geltungsbereiches befinden sich weitere, aktuell bestehende Kiesabbauflächen sowie eine deutliche anthropogene Überprägung u.a. hinsichtlich der stark befahrenen Kempter Straße / St 2055, weswegen bei vorliegendem Planungsraum von einer gewissen Vorbelastung des Standortes auszugehen ist.
Weiterhin kann die Fläche aufgrund fehlender Strukturen und Habitatausstattungen sowie umgebender Kulissen (u.a. Kiesabbauflächen und Betriebsgebäude) als auch aufgrund der vorherrschenden Topographie als Habitat für geschützte Arten, wie z. B. offenlandbrütende Vogelarten, ausgeschlossen werden. Trotz seiner Lage innerhalb eines Regionalen Grünzuges gemäß des Regionalplanes Allgäu ist der Standort in der Gesamtbetrachtung und Beurteilung des gegenständlichen Vorhabens gut geeignet.
Infolge der geringen Eingriffsschwere des Vorhabens sind unter Berücksichtigung der festgesetzten grünordnerischen Gestaltungs-, Minimierungs- und Vermeidungsmaßnahmen nur geringe Eingriffe in Natur und Landschaft festzustellen. Die mit dem Vorhaben verbundenen Eingriffe werden im Vergleich zur Ausgangssituation der Fläche sowie dessen Zielzustandes vollständig innerhalb des Geltungsbereiches ausgeglichen.
Die erwartete Laufzeit einer Freiflächen-Photovoltaikanlage beläuft sich im Regelfall auf ca. 25 Jahre, wie es auch im Durchführungsvertrag festgelegt wurde. Nach Beendigung der Nutzung des Grundstücks als Standort für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage wird ein ordnungsgemäßer Rückbau und eine rückstandsfreie Wiederherstellung des Grundstücks hin zum ursprünglichen Zustand des Standortes durchgeführt und die Fläche wieder einer landwirtschaftlichen Nutzung zur Verfügung gestellt.
Im Rahmen der Berücksichtigung der Belange des Klimaschutzes bei Bauleitplanungen trägt die Freiflächen-Photovoltaikanlage zur Verminderung des CO2-Ausstoßes und damit zum globalen Klimaschutz bei.
LARS consult GmbH ist ein interdisziplinär besetztes Planungs- und Ingenieurbüro mit Standorten in Memmingen und Augsburg. In unserem Büro sind die Fachdisziplinen Stadt- und Raumplanung, Landschaftsarchitektur, Geographie, Bauingenieur- und Umweltingenieurwesen sowie Biologie vertreten.