Grundschulerweiterung mit Nikolaus-Betscher-Platz, Berkheim

Grundschulerweiterung mit Nikolaus-Betscher-Platz, Berkheim

Auftraggeber: Gemeinde Berkheim
Baukosten: ca 0,97 Mio € (brutto) 
Bearbeitungs-/Realisierungszeitraum: 2022 - 2025
Leistungsumfang: Freianlagen Lph 1-9


Die Neuordnung sowie Neugestaltung der Außenanlagen um die Grundschule in Berkheim wurde aufgrund der baulichen Erweiterung eines Ganztagesbereichs notwendig. Die Neugestaltung des Schulhofes mit abgegrenztem Ganztagesbereich sowie einer barrierefreien Bushaltestelle und der Neuordnung der Lehrerparkplätze stellte dabei den letzten Baustein eines mehrjährigen Planungs- und Bauprozesses dar, bei dem LARS consult die Gemeinde unter dem Projekttitel ‚Sicherer Schulweg‘ begleitete. Bereits vor der Umgestaltung der Grundschule wurden die Zufahrtsstraßen (Schulstraße und St.-Willebold-Straße) mit dem ebenfalls dort angesiedelten örtlichen Kindergarten auf Verkehrssicherheit optimiert. So konnte eine deutliche Verbesserung für alle Verkehrsbeteiligten, insbesondere die besonders vulnerable Gruppe der Kinder, erreicht werden.

Das übergeordnete Prinzip wurde auch in der Neugestaltung des Schulgeländes konsequent weitergeführt. Die gewählte Zonierung erlaubt das konfliktfreie und sichere Erreichen der Schule, egal welches Beförderungsmittel gewählt wird: Eine barrierefreie Bushaltestelle erlaubt das direkte Aussteigen in den abgesicherten Schulhof. Die Elterntaxis werden schon vor dem Schulhof in einen Parkplatz abgeleitet. Eine Weiterfahrt ist durch die Einbahnregelung in der St.-Willebold-Straße nicht möglich. Die Belieferung der Mensa erfolgt auf kurzem Weg von der Schulstraße mittels umklappbarem Poller. Überdachte Abstellplätze für Fahrräder befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Eingang auf dem gesicherten Schulgelände.

 

 Abb.: Die klare Zonierung, der das Gesamtkonzept 'Sicherer Schulweg' zugrunde liegt, gewährleistet ein hohes Maß an Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, im Besonderen natürlich für die Schulkinder. Elterntaxis werden schon vor dem Schulgelände in einen Parkplatz abgeleitet. Der Ausstieg aus dem Bus ist direkt in den gesicherten Schulhof möglich. Fahrradstellplätze werden direkt auf dem sicheren Schulgelände angeboten. Die Straße entlang des Schulhofes wurde in Einbahnverkehr umgewandelt und die Fahrbahn im Bereich des Hauptzuganges gepflastert.

 

Die Außenanlagen der Grundschule selbst sind in verschiedene Aktivzonen und Funktionsbereiche aufgeteilt, die in enger Abstimmung mit den Pädagogen entwickelt wurden:

Nördlich des Gebäudes dominiert das Thema Bewegung unter dem Titel ‚Alles was rollt‘. Eine an einen Skaterpark angelehnte Farbasphaltfläche mit kleinen Erhebungen lädt zum Skaten, Rollen, Fahrradparcourfahren und Klettern ein. Im direkten Anschluss an die Mensa befindet sich ein kleiner Außensitzbereich mit verschiedenen Sitzgelegenheiten auf Wassergebundener Wegedecke mit Findlingen und Bänken, der zum Essen im Freien bei schönem Wetter einlädt. Durch seine Situierung auf der Nordseite des Gebäudes und die Anordnung begleitender Schattenbäume ist kein zusätzlicher baulicher Sonnenschutz notwendig. Südlich des Gebäudes befindet sich der Ganztagesbereich mit Einfriedung und fließenden Platzabfolgen wechselnd von aktiven Spielbereichen bis hin zu Ruhe- und Rückzugsbereichen.

 

Abb.: Blick auf den öffentlich nutzbaren Nikolaus-Betscher-Platz, der während der Schulzeiten gleichzeitig auch als Schulhof dient. Im gelben Farbasphalt im Vordergrund sind mehrere kleine Erhöhungen verbaut.

 

Die organisch verspielten Formen der Freianlagen leiten sich aus dem schneckenförmigen Logo der Grundschule ab und setzen einen Kontrapunkt zur funktional rechteckigen Gebäudearchitektur. Die gewählte Formensprache wurde konsequent umgesetzt von den großen Gesten in der Belagsführung und Flächengestaltung über die Wahl der Pflastersteine bis in die Ausstattungsdetails mit runden Abfallbehältern und organisch geformtem Holzdeck. So entsteht eine homogene, ruhige und sich stimmige Gesamtwirkung.

 

Abb.: Eingangsbereich zum Erweiterungsbau. Die beiden Eingänge des Alt- und Neubaus werden im Pflaster optisch mit der Schnecke aus dem Logo der Schule verbunden. Das Schneckenlogo ist gleichzeitig die Grundidee für die organische Formensprache in den Freianlagen.

 

Abb.: Der Ganztagesbereich im Süden wird durch einen einfachen Holzzaun eingefasst. Drei kleine Plätze mit weicher Trennung durch Pflanzflächen mit Naschsträuchern bieten Gelegenheiten zum aktiven Spielen, aber auch zum Ausruhen und zum Rückzug. Besonderes Augenmerk lag bei Planung und Bauausführung auf dem Erhalt bestehender Gehölze als natürliche Schattenspende

 

Abb.: Der Froschbrunnen aus dem alten Schulhof fand im Ganztagesbereich seine neue Heimat. Einfache Spielhäuschen sowie Kletter- und Balancierelemente aus Holz ergänzen die Spielflächen im Ganztagesbereich.

 

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